Motiv Innungsausflug Feinwerkmechaniker-Innung 2017

Innungsausflug Feinwerkmechaniker-Innung 2017

Nach guter, alter Tradition der Feinwerkmechaniker wurde auch 2017 wieder ein Innungsausflug geplant und durchgeführt. Diesmal lud unserer Obermeister Hr. Woitzik die Innungsmitglieder nach Erding, in seine Heimatregion, ein und der „harte Kern“ war wieder dabei. .Also hieß es am 21.10.2017 auf nach Erding!

Erste Station und Treffpunkt war das dortige Museum Erding (ME) – Heimat-Museum der Stadt. Von Frau Bauer wurden wir fachfraulich/männisch durch zwei Bereiche des Museums geführt: das Loderer-Handwerk (Lodenmacher) und die Glockengießerei.

Diese zwei Wirtschaftsbereiche waren in der Vergangenheit sehr wichtig für die Stadt Erding und brachten ihr Reichtum, denn die Produkte, sowohl der Loden als auch die Glocken (hauptsächlich Kirchenglocken) wurden in alle Welt verkauft. Der Loden wurde in Eigenregie Richtung Osten und mit Hilfe der Fugger und deren Handelsnetz in alle Welt vertrieben.

Dass zu jedem Innungs-Ausflug auch ein tolles Essen gehört, kennt sicherlich schon jeder und so begaben wir uns zum Erdinger Weißbräu, mitten in die Altstadt. Diese Stärkung war auch notwendig, denn anschließend nahm uns wieder Frau Bauer in Empfang um mit uns auf den Stadtturm zu steigen.

Nach einer kurzen Einführung über die Erbauungsgeschichte ging es die schmale Holztreppe über 169 Stufen, vorbei an der mittelalterlichen Turmuhr, die zwar noch funktionsfähig ist, aber heute nicht mehr den Erdingern die Uhrzeit anzeigt, sondern nur den Turmbesuchern als Anschauungsobjekt bei den Führungen dient, nach oben in die kleine Wohnung des Turmwächters. Dieser hatte die Aufgabe die Turmuhr täglich einmal aufzuziehen und war als Feuerwache tätig. Oben im Turm angekommen gab es für uns einen tollen Ausblick in alle Himmelsrichtungen über die Stadt Erding. Frau Bauer berichtete, dass die kleine Behausung dort oben, mit drei kleinen Zimmern, beheizbar durch einen nicht mehr im Original vorhandenen Kanonenofen, der gleichzeitig auch als Kochstelle diente, tatsächlich noch bis in die 1960er Jahre bewohnt wurde.

Wir durften dort oben nicht nur die Aussicht, sondern auch Bier und Champagner genießen und lauschten den Erzählungen unserer Führerin. Vor allem die Geschichte, nach der die Erdinger die „Turmschieber“ genannt werden, hatte uns sehr amüsiert.

Wieder unten angekommen, bekamen wir etwas Zeit zur freien Verfügung, die jeder der Ausflugsteilnehmer auf seine Art genießen konnte.

 

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Neuerlicher Treffpunkt mit dem Stadtführer, Herr Schachtner, war der Grüne Markt. Hier gesellte sich die junge Familie Stefan Woitzik zu unserer Gruppe, was bei uns allen ganz toll ankam. So ging es gemeinsam quer durch die Stadt, hinein in die bewegte Geschichte und zu den markantesten Plätzen oder Häusern. Wir durften unter anderem den Schönen Turm, Einfallstor zur Altstadt, die Heilig-Geist-Kirche und das Rathaus bewundern. Herr Schachtner zeigt uns auch das Wohnhaus des Münchner Malers Carl Spitzweg oder den Viehmarkt mit einer modernen Bronze-Skulptur in künstlerischer Kuh-Gestalt. In der Adventszeit wird dieser kleine Marktplatz als Christkindlmarkt genutzt und bietet sicherlich eine tolle Kulisse für die Vorweihnachtszeit.

Bei unserem Rundgang, aber auch schon vorher, da unvermeidlich, passierten wir den „Roten Platz“ der Stadt Erding – er bekam seinen Spitznamen von den Erdingern wegen des roten Backsteinpflasters und war im Mittelalter eigentlich der Schrannenplatz, auf dem mit Getreide gehandelt wurde. Die für diese Getreidehandel im Mittelalter errichtete Schranne ist, nach Erweiterung und Umbau, heute im Besitz der Erdinger Sparkasse und umschließt den Stadtturm an drei Seiten. Auch an der alten Stadtmauer, die im Mittelalter als Schutzwall diente, kamen wir vorbei und konnten neue architektonische Highlights der Stadt bewundern.

Den Abschluss dieses Ausfluges bildete ein gemeinsames Abendessen im „Kreuzeder“, einem urigen Traditionslokal der Erdinger, berühmt für seinen eigenwilligen Wirt und grandiosen Portionen deftig bayerischen Essens und einer gemütlichen Atmosphäre.

So gestärkt konnten dann alle den Heimweg antreten

Der Verfasser dieses kleinen Berichts hofft mit seinen Schilderungen auch andere Mitglieder der Innung anregen zu können, sich dem „harten Kern“ im kommenden Jahr 2018 anzuschließen, um diese schönen, unbeschwerten Stunden gemeinsam zu verleben, sich auszutauschen und gleichzeitig sehenswerte Dinge zu erfahren.